Laut dem Buch “Die Geschichte von Dworp” des Herrn Constant Theys datiert das Schloss seit 1649. Das heutige Gebäude wurde auf Veranlassung Herrn Ignaas Le Roy errichtet, östlich vom bereits existierenden Bauernhaus “Borchthoeve“ mit “Den Toren”. Dieser Turm gehörte zu den Resten vom “Kesterbeek” Gelände, das bereits in den Akten von 1438 und 1558 erwähnt wurde.

Das heutige Schloss ist ein Umbau des Alten. Es gab das Herrenhaus, den Innenhof und alle von Wasser umfassten Flügel. Die Zugbrücke verschafft Zugang zum Hause. Über der Tür sehen wir noch das Wappen der Familie Le Roy.

Das Schloss nebst Bauernhaus und Hof wurde zerstört am 17ten Februar 1684 von der Armee des Königs Louis XIV. Jaak Landelijn Le Roy, der Sohn von Ignaas, ließ es wiederaufbauen. Nur die folgenden Teile sind vom renovierten Schloss übergeblieben : der Mittelbau mit dem Quadratturm gestützt durch 4 Pfeiler mit 4 Bogen und eine Nachahmung des in 1684 abgebrannten Schlosses.

Späterhin, in 1963, verkaufte er das Schloss an Pieter Fraiseau für 26.000 Gulden. In 1725 wurde es von Pieter Robijns übernommen und nach dessen Tode in 1728 hat seine Frau sich wieder verheiratet mit dem Ritter Willem de Hemptines. Auf seine Bitte wurde in 1757 das Gelände von Dworp vom König in die Baronie erhoben. Der Schwiegersohn des Barons de Hemptines, der Graf Gommart de Grez, erbte alle Länder und den ganzen Besitz nach dem Tode seiner Ehefrau ohne Kinder. Auf diese Weise kam das Landgut von Dworp in Besitz der Familie Cornet de Crez. Wir finden das Wappen mit 3 Hörnern wieder im Wetterhahn des Schlossturmes. Dieses Wappen erscheint auch im neuen Emblem des modernen Gravenhof Schlosses.

Erst in 1870 wurden die Seitenflügel mit den vier Ecktürmen hinzugefügt und an der Vorderseite die Gräben mit Wasser angefüllt.

In der Zwischenzeit wechselten die Besitzer, Familie nach Familie, je nach den Erbrechtsvorschriften. Am Ende vermietete die letzte Erbin der Familie Cornet de Crez, die Baronin von Anethan, das Schloss an die Brüsseler Familie Waucquez.

Während des ersten Weltkrieges, haben die Deutschen das Schloss benützt. Hinterher ist die Familie wieder eingezogen. Bis zum zweiten Weltkrieg, wo deutsche Generale es wieder besetzt haben. Nach der Befreiung wurden Sowjetgefangenen im Gebäude untergebracht und hinterher auch noch die Kinder dem “Foster Parents Plan for War Children” zufolge.

Späterhin blieb das Schloss jahrelang unbewohnt. Infolgedessen wurde es nicht länger instandgehalten und sah bald vernachlässigt aus. Namentlich die Fehlinstandhaltung des Daches, der Kanalisierung und der Beleuchtungseinrichtung hat den Verfall beschleunigt.

Diese Situation änderte sich endlich am 9ten August 1959, als Herr Pieter Demol, der seit seinen Jugendjahren vom Schlösse geträumt hatte, es kaufen konnte, zusammen mit 4,5 ha umliegendem Gebiet von Baronin von Anethan. Die übrigen Hektaren sind von F.I.V.B. (Federale Immobiliën Vennootschap van het Bouwbedrijf = Föderale Immobiliengesellschaft der Bauwirtschaft) angekauft worden in der Absicht das Gelände aufzuteilen in 136 Bauparzellen.

Am 1sten Juli 1960 wurde das Schloss für das Publikum eröffnet unter dem Namen “Gravenhof”, nach den verschiedenen Grafen die im Schlösse gelebt hatten.

Es wurde seitdem ein bekannter Ort für Familienfeste, Rezeptionen, Meetings und Seminare, nebst 26 Zimmern und 56 Betten.

Am 1sten Mai 1988 ist Gravenhof S.A. übernommen worden vom Hause Van Wonterghem, mit der Versprechung den alten Ruhm aufrechtzuerhalten durch Renovierung und den Komfort der Säle und des Hotels den modernen Bedürfnissen der Gäste entsprechend einzurichten.